Kindersicherung einrichten: iPhone, Android, Switch & PlayStation Schritt für Schritt
Neues Handy, Tablet oder Spielekonsole fürs Kind? Bevor das Gerät ausgepackt wird, solltest du die Kindersicherung einrichten. Das dauert pro Gerät nur 10–15 Minuten. Danach kann dein Kind keine ungeeigneten Spiele öffnen, kein Geld ausgeben und nicht stundenlang spielen. In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie du die Kindersicherung auf iPhone/iPad, Android, Nintendo Switch (inkl. Switch 2), PlayStation und Xbox einrichtest.

Die Kindersicherung lässt sich bequem vom Eltern-Handy aus steuern.
- Immer über ein Eltern-Konto: Alle großen Hersteller arbeiten mit einem Familien- oder Kinderkonto, das du von deinem eigenen Smartphone aus steuerst.
- Die kostenlosen Apps der Hersteller reichen meistens aus: Apple Bildschirmzeit, Google Family Link, Nintendo Switch-Altersbeschränkungen, PlayStation Family und Xbox Family Settings.
- Drei Dinge zuerst einstellen: Altersfreigabe (USK), tägliche Spiel- bzw. Bildschirmzeit und ein Ausgabenlimit von 0 €.
- Am besten vor dem Verschenken: Wenn du das Gerät vor Weihnachten oder dem Geburtstag einrichtest, ist am Fest alles bereit und es gibt keine Diskussionen.
Vorbereitung: Was du brauchst
Bevor du loslegst, solltest du diese drei Dinge bereit haben. Dann geht das Einrichten deutlich schneller:
- Dein eigenes Konto beim Hersteller (Apple-ID, Google-Konto, Nintendo-Account, PlayStation-Konto bzw. Microsoft-Konto). Ein Kinderkonto kann nur ein Erwachsener anlegen.
- Das Geburtsdatum deines Kindes. Daraus ergeben sich automatisch passende Altersfreigaben.
- Dein Smartphone mit der passenden Eltern-App. Damit kannst du Spielzeit verlängern oder App-Wünsche freigeben, ohne an das Gerät des Kindes zu müssen.
Tipp: Erkläre deinem Kind, warum es diese Regeln gibt. Sinnvolle Zeiten nach Alter findest du in unserem Ratgeber zur Bildschirmzeit für Kinder.
iPhone & iPad: Kindersicherung mit Apple Bildschirmzeit
Bei Apple steckt die Kindersicherung im System. Du brauchst keine extra App. Am besten bekommt dein Kind ein eigenes Kinderkonto in der Familienfreigabe. Seit iOS 26 schlägt das iPhone das automatisch vor, wenn bei der Einrichtung ein Alter unter 16 Jahren angegeben wird. Für Kinder zwischen 13 und 17 Jahren sind Web- und Kommunikationsfilter dann schon standardmäßig aktiv.
So richtest du es ein
- Öffne auf deinem iPhone die Einstellungen und tippe ganz oben auf Familie.
- Tippe auf das Symbol „Mitglied hinzufügen“ und wähle Kinderaccount erstellen. Gib Namen und Geburtsdatum ein.
- Gehe danach unter Familie auf den Namen deines Kindes und öffne Bildschirmzeit.
- Stelle unter Beschränkungen (Inhalt & Datenschutz) die Altersfreigaben für Apps, Filme und Websites ein.
- Lege mit App-Limits fest, wie lange zum Beispiel Spiele oder soziale Netzwerke pro Tag genutzt werden dürfen. Mit der Auszeit stellst du eine Schlafenszeit ein.
- Aktiviere die Kaufanfrage. Dann muss jeder Download und jeder In-App-Kauf von dir bestätigt werden.
- Lege einen Bildschirmzeit-Code fest, den dein Kind nicht kennt. Er sollte nicht dein Entsperrcode sein.
Gut zu wissen: Mit den Kommunikationslimits legst du fest, mit wem dein Kind über Telefon, FaceTime und Nachrichten Kontakt haben darf. Möchte dein Kind einen neuen Kontakt hinzufügen, bekommst du seit iOS 26 eine Anfrage auf dein iPhone.
Android-Handy & -Tablet: Google Family Link
Auf Android-Geräten (z. B. Samsung, Xiaomi, Google Pixel) nutzt du die kostenlose App Google Family Link. Für Kinder unter 13 Jahren legst du darüber ein betreutes Google-Konto an. Bei älteren Kindern kannst du ein bestehendes Konto verknüpfen.
So richtest du es ein
- Installiere auf deinem Handy die App Google Family Link (gibt es auch für das iPhone).
- Wähle „Eltern“ und folge den Schritten. Die App zeigt dir am Ende einen Einrichtungscode.
- Auf dem Gerät deines Kindes: Melde dich bei der Einrichtung mit dem Google-Konto deines Kindes an (oder lege es dort neu an). Ist das Gerät schon eingerichtet, öffnest du die Einstellungen unter „Google“ › „Jugendschutzeinstellungen“.
- Gib den Einrichtungscode ein und bestätige die Verknüpfung auf deinem Handy.
- Aktiviere auf dem Kindergerät den Family Link-Manager. Er ist nötig, damit die Einschränkungen greifen.
- Lege jetzt in der Eltern-App fest: Tageslimit und Schlafenszeit, welche Apps erlaubt sind und dass neue Apps nur nach deiner Freigabe installiert werden dürfen.
- Prüfe zum Schluss die Filter für Google Play (USK-Freigaben), Chrome, die Google-Suche und YouTube.
Gut zu wissen: Mit Family Link siehst du den Standort des Geräts und kannst Apps freigeben oder sperren. Nachrichten und den Suchverlauf deines Kindes kannst du dagegen nicht lesen. Für jüngere Kinder ist auf Android-Tablets oft zusätzlich ein eigener Kinderbereich sinnvoll. Mehr dazu in unserem Ratgeber Tablets für Kinder.
Nintendo Switch & Switch 2: Altersbeschränkungen per App
Für beide Switch-Konsolen gibt es die kostenlose App Nintendo Switch-Altersbeschränkungen (iOS / Android). Du kannst die Einstellungen auch direkt an der Konsole vornehmen. Dann stehen dir aber weniger Funktionen zur Verfügung.
So richtest du es ein
- Installiere die App auf deinem Smartphone und melde dich mit deinem Nintendo-Account an. Die App zeigt einen sechsstelligen Code.
- Öffne an der Konsole die Systemeinstellungen und wähle Altersbeschränkungen.
- Wähle die Einrichtung über das Smartphone (Switch 2: „Über Smart-Gerät festlegen“) und gib den Code ein.
- Lege in der App die tägliche Spielzeit fest. Du kannst auswählen, ob nur eine Meldung erscheint oder ob das Spiel automatisch unterbrochen wird.
- Wähle die Einschränkungsstufe nach Alter (Kleinkind, Kind, Teenager) oder lege eigene Regeln für Spiele, Kommunikation und das Teilen von Screenshots fest.
- Switch 2: Lege fest, mit wem dein Kind GameChat nutzen darf. Für Kinder unter 16 Jahren musst du GameChat in der App freigeben, auch ein Video-Chat startet erst nach deiner Zustimmung.
Ausgaben begrenzen: Das Ausgabenlimit für den Nintendo eShop stellst du nicht in der App ein. Dafür meldest du dich auf accounts.nintendo.com an, öffnest die Familiengruppe, wählst dein Kind und gehst auf die Ausgabenbeschränkungen.
Passende Spiele für jedes Alter findest du in unserer Liste der besten Nintendo-Switch-Spiele für Kinder.
PlayStation 5 & 4: Die PlayStation Family App
Sony hat eine eigene App für Eltern: die PlayStation Family App (Download). Damit verwaltest du PS5 und PS4 bequem vom Smartphone aus.
So richtest du es ein
- Lade die PlayStation Family App herunter und melde dich mit deinem PlayStation-Konto an (oder erstelle eins).
- Tippe auf „Deine Familie einrichten“. Dabei legst du ein Kinderkonto an und fügst es deiner Familie hinzu.
- Melde dich an der Konsole mit dem neuen Kinderkonto an.
- Wähle in der App oben dein Kind und tippe auf das Zahnrad. Unter Kindersicherung legst du Altersfreigaben für Spiele, Apps und den Webbrowser fest.
- Im Bereich Spielzeit stellst du ein, wie lange täglich gespielt werden darf. Auf der PS5 kann dein Kind mehr Zeit anfragen. Du antwortest in der App mit „Spielzeit ändern“ oder „Ablehnen“.
- Unter Online-Kommunikation beschränkst du Chat und Inhalte von anderen Spielern.
- Das monatliche Ausgabelimit steht standardmäßig auf 0 €. Belass es dabei oder lege einen festen Betrag fest.
Ohne App geht das auch an der Konsole: Einstellungen › Familie und Kindersicherung. Mit der App kannst du aber Anfragen beantworten, ohne selbst an die Konsole zu gehen.
Xbox: Die App Xbox Family Settings
Microsoft bietet die kostenlose App Xbox Family Settings (Xbox-Familieneinstellungen) an. Einrichtung in Kürze:
- App installieren und mit deinem Microsoft-Konto anmelden.
- Kind hinzufügen bzw. ein Kinderkonto erstellen und auf der Xbox anmelden.
- Bildschirmzeit pro Tag, Altersfreigaben für Spiele und Apps sowie Einstellungen für Multiplayer und Chat festlegen.
- Unter Ausgaben die Option „Zum Kaufen fragen“ aktivieren.
Bonus: Kindersicherung im WLAN-Router
Viele Router haben eine eigene Kindersicherung. Bei einer FRITZ!Box findest du sie unter Internet › Filter › Kindersicherung. Dort kannst du jedem Gerät im Heimnetz Online-Zeiten zuweisen und Webseiten filtern. Das ist praktisch für Geräte ohne eigene Kindersicherung, zum Beispiel einen alten Laptop.
Die Kindersicherung im Router gilt aber nur im eigenen WLAN. Unterwegs mit mobilen Daten oder bei Freunden wirkt sie nicht. Die Einstellungen auf dem Gerät selbst bleiben deshalb wichtig.
Unsere Tipps für den Alltag
- Regeln gemeinsam festlegen: Ein Mediennutzungsvertrag hilft dabei, dass Regeln nicht als Strafe empfunden werden.
- Kindersicherung regelmäßig anpassen: Was für einen Achtjährigen passt, ist für eine Zwölfjährige oft zu streng. Prüfe die Einstellungen etwa zweimal im Jahr, zum Beispiel am Geburtstag.
- Codes geheim halten: Kinder merken sich Codes schnell, wenn man sie neben ihnen eingibt.
- Technik ersetzt keine Gespräche: Keine Kindersicherung ist lückenlos. Frag nach, was dein Kind spielt und schaut, und spiel ruhig auch einmal mit.
Für Kinder unter 10 Jahren ist oft eine Telefonuhr oder ein einfaches Kinderhandy der bessere Einstieg als ein eigenes Smartphone. Mehr dazu in unserem Ratgeber Erstes Handy fürs Kind.
Häufige Fragen zur Kindersicherung
Sobald dein Kind ein Gerät allein nutzt. Für Kinder im Grundschulalter solltest du Altersfreigaben, Spielzeit und Käufe immer einschränken. Ab etwa 12 Jahren kannst du die Regeln Schritt für Schritt lockern und gemeinsam mit deinem Kind anpassen.
Nein. Apple Bildschirmzeit, Google Family Link, die Nintendo-App, die PlayStation Family App und Xbox Family Settings sind kostenlos. Kostenpflichtige Apps von anderen Anbietern bieten meist nur wenig mehr.
Kinder finden manchmal Lücken, etwa wenn sie den Code kennen oder die Uhrzeit verstellen. Halte deshalb deine Codes geheim, aktualisiere die Geräte regelmäßig und sprich mit deinem Kind darüber. Bei Family Link wirst du benachrichtigt, wenn die Aufsicht beendet wird.
Aktiviere bei Apple die Kaufanfrage, verlange bei Google Play die Freigabe für jeden Kauf, und setze bei Nintendo, PlayStation und Xbox ein Ausgabenlimit von 0 €. Ist dennoch ein Kauf passiert, kannst du beim Store eine Erstattung beantragen.
Nein. Die Apps der Hersteller zeigen, wie lange welche Apps genutzt werden, und lassen dich Kontakte und Inhalte einschränken. Chats und Nachrichten kannst du nicht mitlesen. Das ist für das Vertrauen zwischen dir und deinem Kind auch besser.
Die Kindersicherung der Konsole beschränkt vor allem Spiele, Käufe und den Chat. Für Videos solltest du YouTube Kids oder ein betreutes YouTube-Konto nutzen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu YouTube Kids.
Stand: Oktober 2026. Menübezeichnungen können sich mit System-Updates ändern.